Mitte des 20. Jahrhunderts versuchte der amerikanische Sexualforscher Alfred Kinsey, die sexuelle Orientierung anhand eines Zahlenwertes einzuordnen. Bei der Kinsey-Skala steht 0 für 100 Prozent heterosexuell, 6 für 100 Prozent homosexuell. Dazwischen finden sich verschiedene bisexuelle Nuancen. Doch neben den Zahlen gibt es auch noch ein X, das Menschen ohne "sozio-sexuelle Kontakte oder Reaktionen" repräsentieren soll. Dort können sich beispielsweise Asexuelle wiederfinden, die sich zu keinem Menschen sexuell hingezogen fühlen. Die Gray-Asexualität ist Teil dieses Spektrums und - wie der Name schon andeutet - ein Graubereich zwischen Sexualität und Asexualität. Menschen, die sich so identifizieren, fühlen sich sexuell wenig oder nur selten zu anderen hingezogen. Sie sind also sexuellen Erfahrungen gegenüber vielleicht nicht ganz abgeneigt, tatsächlich kommt es aber kaum dazu. Manche Menschen berichten, dass sie teilweise monatelang überhaupt kein sexuelles Verlangen spüren, bis der Instinkt eines Morgens wieder auftaucht (COSMO US). Das heißt aber nicht, dass grau-asexuelle Menschen kein Interesse an romantischen Beziehungen haben oder sich emotional nicht zu Menschen hingezogen fühlen. Auch mit "Fifty Shades of Grey", Impotenz oder einem allgemein tristen Leben hat Grau-Sexualität nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: Mit Toleranz und Unterstützung der Mitmenschen kann jedes Leben sehr bunt sein.


(Quelle : https://www.cosmopolitan.de/gray-sexualitaet-das-bedeutet-es-grausexuell-zu-sein-90725.html)